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Frereana, Carterii & Myrrhe: die Harze im Vergleich

Boswellia frereana, carterii und Myrrhe (Commiphora myrrha) im Vergleich: Botanik, Inhaltsstoffe und Aroma der drei Harze aus dem Cal Madow, mit Quellen.

Helle Boswellia-frereana-Harztränen auf neutralem Grund
Helle Boswellia-frereana-Harztränen auf neutralem Grund
3 Min. Lesezeit aktualisiert 21. Mai 2026 Read in English →

Frankincense Frereana, Frankincense Carterii und Myrrhe werden fast immer in einem Atemzug genannt, und genauso oft verwechselt. In Wahrheit sind es drei deutlich verschiedene Harze, mit eigener Botanik, eigener Chemie und eigenem Aroma. Wir arbeiten mit allen dreien aus einer einzigen Region: dem Cal Madow im Norden Somalias. Hier der Unterschied, sachlich eingeordnet und mit Quellen belegt.

Zwei sind Weihrauch, eines ist Myrrhe

Der wichtigste Punkt zuerst. Frereana und Carterii sind beide Weihrauch, sie stammen von Bäumen der Gattung Boswellia. Myrrhe ist etwas anderes: Sie kommt vom Strauch Commiphora myrrha, einer eigenen Gattung. Verwandt sind alle drei nur entfernt über die Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae). Wer „Weihrauch und Myrrhe” sagt, meint also zwei verschiedene Pflanzen, nicht zwei Sorten desselben Harzes.

Auf einen Blick

MerkmalB. frereanaB. carteriiMyrrhe
PflanzeBoswellia frereanaBoswellia carteriiCommiphora myrrha
Somali-NameMaydiBeeyoMalmal
HerkunftNord-Somalia, Cal MadowSomalia, OstafrikaNordostafrika, Arabien
HauptstoffeMonoterpene, Lupeol, AmyrineBoswelliasäuren, α-PinenFuranosesquiterpene
Boswelliasäurenpraktisch keinereich, inkl. AKBAandere Gattung
Aromafrisch, zitrus-harzigwarm, balsamischerdig, bitter

Frereana (Maydi), der „König”

Boswellia-frereana-Harz (Maydi): helle, gelblich-cremige Harztränen auf neutralem Grund
Boswellia frereana (Maydi), helle Harztränen aus dem Cal Madow. Eigene Aufnahme.

In Somalia heißt Frereana Maydi und gilt traditionell als „König des Weihrauchs”. Boswellia frereana wächst fast ausschließlich an den Kalksteinklippen Nord-Somalias, genau in unserer Region. Das Harz ist hell, gelblich bis bernsteinfarben, der Duft frisch, hell und zitrus-pinig, deutlich leichter als klassischer Weihrauch. Botanisch bemerkenswert: Frereana ist praktisch frei von Boswelliasäuren und stattdessen reich an Monoterpenen sowie Triterpenen wie Lupeol und Amyrinen. Traditionell wird Maydi sogar als hochwertiges Naturkaugummi gekaut.

Carterii (Beeyo), der klassische Weihrauch

Boswellia-carterii-Harz (Beeyo): körnige, orange-braune Harzstücke auf neutralem Grund
Boswellia carterii (Beeyo), körnig und orange-braun. Eigene Aufnahme.

Wenn die meisten Menschen „Weihrauch” denken, denken sie an Carterii: den warmen, balsamisch-harzigen Duft aus Räucherwerk und Aromatherapie. Boswellia carterii ist die am besten erforschte Weihrauchart und wird in der Literatur oft mit Boswellia sacra aus dem Oman gleichgesetzt. Im Unterschied zu Frereana enthält Carterii reichlich Boswelliasäuren, pentazyklische Triterpensäuren wie AKBA. Im Aroma ist Carterii tiefer und runder als Frereana, weniger zitrisch, mehr warmes, süßlich-harziges Holz.

Myrrhe (Malmal), der dunkle Gegenpol

Myrrhe-Harz (Commiphora myrrha): dunkle, rotbraune Harzklumpen auf neutralem Grund
Commiphora myrrha (Malmal), dunkles rotbraunes Harz. Eigene Aufnahme.

Myrrhe ist der Kontrast zu beiden Weihrauch-Sorten. Das Harz ist rotbraun, der Duft erdig, bitter, leicht rauchig und schwer, dunkler und medizinischer im Eindruck. Botanisch stammt es vom dornigen Strauch Commiphora myrrha aus Nordostafrika und der Arabischen Halbinsel. Historisch ist Myrrhe eines der ältesten Handelsgüter überhaupt.

Der entscheidende Unterschied: die Chemie

Der zentrale chemische Unterschied betrifft die Boswelliasäuren. B. carterii enthält diese pentazyklischen Triterpensäuren (unter anderem AKBA) reichlich, während B. frereana nach phytochemischen Analysen weitgehend frei davon ist und stattdessen Monoterpene sowie Triterpene wie Lupeol und Amyrine führt. Die Myrrhe unterscheidet sich grundlegend: Ihr ätherisches Öl wird von Furanosesquiterpenen dominiert, vor allem Furanoeudesma-1,3-dien, Curzeren und Lindestren. Diese Stoffprofile sind durch Analysen wie HPLC-MS/MS und GC-MS belegt (siehe Quellen).

Anwendung und Verwendung

  • Frereana (Maydi): traditionell als hochwertiges Kaugummi, als Räucherharz mit frischer Note und in der Naturkosmetik.
  • Carterii (Beeyo): klassisches Räucherwerk, Aromatherapie und Gegenstand zahlreicher phytochemischer Studien zu Boswelliasäuren.
  • Myrrhe (Malmal): traditionell in Mund- und Zahnpflege, als Räucherwerk und als Basisnote in der Parfümerie.

Welche Sorte „die richtige” ist, entscheidet sich am Aroma und am Einsatzzweck. Viele schätzen gerade das Zusammenspiel: die Frische von Frereana, die Wärme von Carterii und die Tiefe der Myrrhe. Bei natürlichen Harzen prägt die Herkunft den Charakter, ähnlich wie bei Wein oder Kaffee. Genau deshalb setzen wir auf eine Region statt vieler Quellen: den Cal Madow, Heimat des Maydi. Wenn du früh dabei sein willst, als Einkäufer, Wiederverkäufer oder einfach interessiert, schreib uns oder setz dich auf die Vormerkliste.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Boswellia frereana und Boswellia carterii?

Boswellia carterii enthält reichlich Boswelliasäuren, pentazyklische Triterpensäuren wie AKBA. Boswellia frereana ist dagegen praktisch frei von α- und β-Boswelliasäuren und stattdessen reich an Monoterpenen sowie Triterpenen wie Lupeol und Amyrinen.

Enthält Boswellia frereana Boswelliasäuren?

Nach phytochemischen Analysen weitgehend nicht. Frereana ist weitgehend frei von den charakteristischen α- und β-Boswelliasäuren und unterscheidet sich darin deutlich von Boswellia carterii und Boswellia sacra.

Ist Myrrhe dasselbe wie Weihrauch?

Nein. Weihrauch stammt von Bäumen der Gattung Boswellia, Myrrhe vom Strauch Commiphora myrrha. Das ätherische Öl der Myrrhe wird von Furanosesquiterpenen wie Furanoeudesma-1,3-dien, Curzeren und Lindestren bestimmt.

Welche Sorte hat das frischeste Aroma?

Frereana, lokal Maydi: frisch, hell und zitrus-pinig. Carterii ist wärmer und balsamischer, Myrrhe erdig und bitter.

Quellen

  1. 01 Schmiech M. et al. (2019). Comparative Analysis of Pentacyclic Triterpenic Acid Compositions in Boswellia species. Molecules 24(11):2153.
  2. 02 Johnson S. et al. (2021). The Chemical Composition of Single-Tree Boswellia frereana Resin Samples. Natural Product Communications.
  3. 03 Huang F. (2022). Review of the Chemical Composition and Pharmacological Effects of Boswellia carterii. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine.
  4. 04 Germano A. et al. (2017). Bioactive Constituents and Analgesic Effects of Commiphora myrrha (MyrLiq).

Dieser Artikel beschreibt Botanik, Inhaltsstoffe (gemäß publizierter phytochemischer Analysen), Herkunft und Tradition. Er trifft keine medizinischen oder gesundheitsbezogenen Aussagen.

© Abdirahman Duale

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